Manche h0-Chassis halten lange, man könnte sogar sagen: ein Leben lang. Wenn ich mir überlege, was wir als Kinder den "armen Autos" so alles "angetan" haben, muss ich mich heute wundern, daß das alle überlebt haben. Aber die Autos von damals waren ja auch noch anders verarbeitet. Aber manche haben eben doch nicht alles ausgehalten. So brechen schonmal TYCO-HP-7-Chassis "gerne" an den unmöglichsten Stellen. Nun fahre ich ja liebend gerne Rennen genau damit und weiß daher auch, welche Chassis für Rennen taugen und welche eben nicht.

Brechen können leider alle. Also versucht man ja, die tauglichen im Bedarfsfall zu retten. Dabei kommt es mir in allererster Linie darauf an,die Probleme "modellbauerisch" zu lösen. Man könnte sich auch viel billiger Ersatz-Chassis bzw. -Autos anschaffen, denn es gibt ja noch genug. Aber darum geht es ja nicht. Natürlich habe ich erstmal an 2 weniger wichtigen Chassis die Vorgehensweise geübt.

Zunächst müssen die Chassis (nicht nur um die Bruchstellen herum) gründlichst gereinigt werden. Das mache ich zunächst mit einem billigen Borstenpinsel, ganz schnöder Seife und lauwarmem Wasser. Mit den Borsten kann man die meisten Schmutzpartikel schon ganz gut entfernen. Dann nehme ich Isopropanol, um die Stellen um die Brüche herum komplett fettfrei zu machen. Danach werden in genügendem Abstand zu den Brüchen, ca. je 5mm vor und hinter den Brüchen je ein kleines Loch vorsichtig(!) mit einem Handbohrer duch das Chassis gebohrt. Ein Motor-Bohrer, Proxxon, Dremel würde im Kunststoff viel zu große Löcher machen. Muss garnicht sein. Durch diese Löcher wird ein dünner aber sehr stabiler Bastel-Drath oder Deko-Draht gesteckt, der auf der Außenseite der entsprechenden Chassis verdrillt werden muss. Dabei lege ich Wert darauf, daß der Draht nicht zu weit IN und auch AUS dem Chassis ragen darf, denn sonst passen hinterher die Block-Motoren nicht mehr IN das oder die Karosserie nicht mehr AUF das Chassis! Also muss vorher für Draht und "Verdrillung" genug Platz gehalten und wenn nötig gefeilt oder gefräst werden. Der Draht wird vor der Endmontage natürlich auf der Oberfläche mit Schmirgel aufgerauht. Dann wird alles, was nach außen zu weit übersteht, weggefräst, innen sollte man nicht (mehr) fräsen (müssen), DA muss es einfach so passen. Zuletzt wird der ganze Bereich, Chassis an DER Stelle, Bruch, Draht und Löcher mit 2-K-Kleber gut eingebettet. Ich benutze seit Jahren UHU-Endfest-300, das Grüne, weil sich das bestens bewährt hat. Diese so reparierten HP-7-Chassis halten jetzt hervorragend und brechen an den verklebten und verdrahteten Stellen nie mehr. (Bilder siehe "Chassisoptimierungen", die Nummern 1-3 sowie 10 und 11).

Vorne am Chassis befinden sich 2 "Nasen" auf denen die Stromabnehmer halten (sollen). Diese Nasen sind bei HP-7 sehr dünn und brechen leider auch gerne schonmal ab. Kein Grund zur Verzweiflung! Da wir das ganze Chassis gereinigt hatten, können wir auf der Fläche über bzw. hinter den Nasen diese glatte Fläche mit einem geeigneten (Schmirgel-)Fräskopf vorsichtig anrauhen. Wenn die ganze, glatte Fläche angerauht ist, können wir kleine Blei-Stücke möglichst weit vorne ankleben, daß aber nicht auch noch der Bereich für den Guide-Pin zugeklebt wird. DEN (Guide-Pin) möchten wir ja noch später einmal austauschen (können). Natürlich nehme ich auch da zum Ankleben der kleinen Blei-Stücke das bewährte UHU-Endfest-300. Die Blei-Stücke sollte man immer mit dem Endfest-300 überziehen, denn Blei ist giftig und wenn es überzogen ist, kann man es wieder gefahrlos anfassen. SELBSTVERSTÄNDLICH müssen alle mit UHU-Endfest behandelten Bereiche ausreichend lange aushärten. Laaaaange härten, besser eine ganze Woche. Sind die Klebestellen lange ausgehärtet, kann man mit einem dünnen (oder noch dünneren!) Bohrer kleinste Löcher in der Höhe UND der Richtung der ehemaligen Nasen bohren. Wenn die Löcher jetzt zu "hoch" angebracht worden wären, hält das zuvor angeklebte Blei das Ganze noch problemlos fest zusammen. IN diese Löcher werden dann kleine Draht-Stückchen vom Deko-Draht oder Büro-Klammern eingeklebt. Mit ........ ? Erraten! Mit UHU-Endfest-300. Wenn die Draht-Stücke bzw. Büro-Klammern (wieder mindestens eine Woche!) Zeit zum Aushärten hatten, kann man nun die Draht-Nasen auf die gewünschte und geeignete Länge kürzen. Fertig. (Siehe Bild Nr. 83 bei "Modell-Auswahl"! Man kann auf dem Bild erkennen, daß der eine Stromabnehmer etwas höher ist als der andere, weil die "neue Nase" aus einer Büroklammer stammt). Bei anderen Chassis von anderen Marken bzw. anderen Techniken sind zwar solche Brüche (noch) nicht vorgekommen aber man könnte vermutlich bei vielen anderen Marken, Chassis usw. auch dort ganz viele "retten"? Z.B. die dickeren "Nasen" von TYCO-440X2 sind (mir) noch nie abgebrochen, könnten aber wohl auf ähnliche Art ersetzt und das Chassis "wiederbelebt" werden?!

Für diese Behandlung/Reparatur gibt es bei meinen Fotos einige Beispiele bei Chassisoptimierungen bzw. Umbauten die Nummern 1-2 sowie 10 und 11. Wenn die Fotos das (noch) nicht sooo deutlich zeigen, werde ich demnächst Fotos nachlegen, die dann eben deutlicher DAS zeigen, worauf es mir ankommt. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen und jeder kann seine (HP-7-)Chassis selbst retten und wieder zum Laufen bringen.

   

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