Wenn man Stand-Modelle lackiert, müssen die Ansprüche an die Lackierungen bzw. an deren Qualität ganz andere sein als bei einer Karosserie, die später (auch) zu Rennen hergenommen wird. So muss bei einem Rennauto der Lack immer härter und dauerhafter sein als bei einem reinen Standmodell. Außerdem sollte bei einem Rennwagen über die Sponsoren-Decals immer eine ausreichend dicke Schicht Klarlack aufgetragen werden, damit die Decals nicht gleich beim 1. Unfall

komplettverloren bzw. zerstört werden können. Außerdem bleibt ja nicht aus, daß man seine Autos gelegentlich anfasst bzw. daß sie bei den Rennen von den Streckenposten angefasst werden. Werden bei den Standmodellen die Autos auch vor den Lackierungen entgratet, geglättet, gespachtelt die Oberfläche mit äußerster Sorgfalt behandelt, kann es schonmal sein, daß man für ein Rennauto auf Spachtel verzichtet, um Gewicht zu sparen. Dennoch wird auch bei den Rennern sehr auf eine schöne Optik geachtet. Zu Rennen sollen die Autos möglichst authentisch sein.

Ist bei manchen (gebraucht erworbenen) Karosserien noch Grundierung bzw. ungeeigneter Rest-Lack vorhanden, wird dieser zunächst restlos entfernt. Das geschieht bei mir sehr oft mit Backofen-Spray, weil der in der Regel milder ist als (stark alkalischer!) Abbeizer bzw. Lack-Entferner. Die (ausreichend lange) eingeweichte Karosserie wird nach Abbeizer oder Backofen-Spray unter fließendem lauwarmen Wasser mit einer harten Zahnbürste oder einer anderen Bürste mit Kunststoff-Borsten vom Lack befreit. Backofen-Spray ist milder und braucht oft (viel) länger, bis zu einer Woche Einwirkungs-Zeit bis die Farbreste völlig aufgelöst sind. Manchmal muss man die Prozedur sogar (mehrfach) wiederholen. Nur die oft sehr hartnäckigen Reste z.B. in kleinen Spalten müssen mechanisch entfernt werden. Dazu gibt es Nadeln, die auch der Zahnarzt gelegentlich benutzt. Man kann solche Präparier-Nadeln auch im Labor-Geräte-Bedarf oder auf der Inter-Modell-Bau in Dortmund bekommen. Erst danach wird die ganze Karosserie mit feinstem Wasser-Schleifpapier bzw. Schleif-Schwämmchen mit feinster Körnung, wie sie auch der Auto-Lackierer benutzt, total angeschliffen, damit hernach der Lack besser hält. Dabei ist darauf zu achten, daß Trennmittel-Reste bei neuen Bausätzen und sonstige Reste, die den Halt des Lack stören, verschwinden aber Konturen und Feinheiten erhalten bleiben. Sind Fehler in der Karosserie, kann man die bis zu einem gewissen Grad mit "Filler" bzw. Spachtel wieder auffüllen.

Dann kann man lackieren. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, immer mit der gleichen oder zumindest einer ähnlichen Temperatur, besser Raum-Temperatur, dem richtigen Abstand usw. zu sprühen, um nicht unliebsame Überraschungen zu erleben.

Ist der Kunststoff weiß oder hell, braucht man oft keine Grundierung. Es kommt ja auch sehr darauf an, wie der endgültige Lack bzw. die Farbe des Autos werden soll. Ist der Kunststoff-Bausatz rot oder dunkel, nimmt man zweckmäßigerweise eine weiße Grundierung oder allenfalls eine hellgraue. Dazu kann man oft auch eine andere, hellere Farbe als die endgültige Farbe verwenden. Dabei sollte man auf die Verträglichkeit der Lacke untereinander genauestens achten! Jedenfalls muss die Grundierung gut deckend aufgetragen werden. Ist nämlich.....

der Kunststoff ROT, kann dieser Rot-Ton auch zu dünn aufgetragene helle Farbe wie z.B. Weiß(!) leider durchdringen und das sieht dann spätestens nach dem Klarlack "nicht mehr ganz so schön" aus, man kann auch sagen .....! Bei Rot als Bausatz-Farbe ist es angeraten, etwas mehr Weiß, bzw. eine etwas dickere Schicht als Grundierung zu verwenden. Die letzte, endgültige Farbe wird dann vorsichtig und dünn in mehreren Arbeitsgängen aufgetragen und es wird immer jeder neuen Farbschicht genügend Zeit zum Aushärten gelassen. Die letzte Farbschicht darf eine Woche oder sogar länger aushärten und überschüssiges Lösungsmittel ausdünsten. Gerade bei (allen) Lackierungen zahlt sich Geduld aus. Einzelne Stellen kann man meist vor dem nächsten Arbeitsgang mit vorsichtigem Schleifen mit (feinem) Wasser-Schleifpapier oder Schleifschwämmchen reparieren und duch nochmaliges Lackieren richten. Wenn die Lackierung komplett mißlungen ist, hilft nur noch Backofen-Spray und das Ganze von vorne. Es ist manchmal besser, VOR den Decals eine dünne Schicht Klarlack aufzutragen, um zu sehen, was passiert, wenn nämlich die Decals selten und/oder teuer waren. Dann kann man ja sehen, ob sich der Klarlack mit dem anderen Lack darunter problemlos verträgt. Ganz gefährlich können Metall-Effekt-Lacke sein. Manchmal kann das Lösungsmittel des Klarlack in den Metallic-Lack eindringen und der schöne Metall-Effekt ist total fleckig verschwunden, sozusagen im .....! Dann bleibt einem garnichts anderes als der gute alte Backofen-Spray.

Dann werden die Sponsoren-Decals, Abzieh-Bilder, Wasser-Schiebebilder sorgfältig an die dafür vorgesehenen Stellen aufgebracht. Sind alle Decals an ihren Plätzen und total trocken, kann man den Klarlack auftragen. Das geschieht im 1. Schritt, indem man aus etwas größerer Entfernung nur wenig Klarlack "aufnebelt". Wenn man zu schnell und ungeduldig zu viel Klarlack auf einmal aufsprüht, können Reste des/der Lösungsmittel, auch aus dem Farb-Lack(!) die Decals partiell wieder anheben und als störende Bläschen unter den Decals verbleiben. Also: Geduld! Gerade zwischen den Arbeitsgängen mit dem Klarlack ist Geduld gefragt, denn wenn jetzt ein Fehler "eingebaut" wird, bleibt der, wo er ist. Auch hier kann es sinnvoll sein, VOR den Decals eine dünne Schicht Klarlack aufzutragen.

Bei h0-Autos hat man es nicht so leicht, die genau passenden Sponsoren-Decals auch im passenden Maßstab zu bekommen, vor allem dann, wenn die Autos bzw. Original-Vorbilder "Oldtimer" sind. Auch in diesem Maßstab hat sich Backofen-Spray zum Entlacken bestens bewährt. Auch bei h0-Autos geht der Lack wieder ab, ohne den Karosserie-Kunststoff zu zerstören, selbst dann, wenn damals der Lack aufgedruckt worden ist. Das betone ich deswegen, weil vor 50 Jahren ja (noch) ganz andere Kunststoffe verwendet wurden, die heute vielleicht nicht mehr verwendet werden (dürfen). Bei h0-Autos legen wir meist nicht ganz so strenge bzw. genaue Maßstäbe an die authentischen Sponsoren-Decals. Ich bin bereits zufrieden, wenn die Farben und die Sponsoren in die Zeit passen. Wenn die Autos auch zu Rennen dienen sollen, kann es auch sein, daß die Farben, Sponsoren, Decals sehr frei interpretiert worden sind, um die Karosserien lediglich den jeweiligen Bahn-Farben leicht zuordnen zu können. Grundsätzlich aber gilt auch hier: je authentischer und je originalgetreuer, desdo besser!

   

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